Schiff

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Es ist möglich auch auf Schiffen zu trampen. Als Schiff kann man natürlich den kleinen Fischkutter am Strand meinen, oder eben die Fähre zur nächsten Insel oder sogar die Yacht, die morgen gen Süden sticht.

Einige kleine Tipps findest du hier, wie du dich per Anhalter zu Wasser fortbewegst:

die Fähre

Fähren sind zumindest teilweise trampbar: Bei vielen Fährverbindungen gibt es Pauschalpreise für einen Pkw inklusive einer bestimmten Anzahl von Personen, die es prinzipiell möglich machen bei Autofahrern mitzutrampen.

In Europa kann man z.B. über die Fähre von Frankreich nach England über Calais oder über die Verbindung Deutschland-Dänemark bei Puttgarden trampen.

Tendenziell haben Fähren für kürzere Strecken die einfacheren Tarifmodelle und eher für Tramper günstige Paketpreisen, die Fahrzeug und eine bestimmte Anzahl von Personen beinhalten. Bei längeren Fährverbindungen gibt es zwar auch oft Paketpreise, die nur für bestimmte Kunden lohnen und entsprechend seltener und schwerer zu finden sind, wobei hierbei zusätzlich erschwerend noch mehr vorgebucht wird.

Will man direkt am Abfahrtshafen versuchen von Autofahrern mit auf die Fähre genommen zu werden, so sollte man herausfinden, wo die Fahrer üblicherweise ihre Tickets bekommen bzw. bezahlen. Entsprechend sollte man (lange) vor Abfahrt vor Ort sein, um rechtzeitig fragen zu können. Wird beim Check-in bezahlt, so empfiehlt es sich vor Eröffnung des Check-ins da zu sein, um wartende Autofahrer davor in der Schlange ansprechen zu können. Bei längeren Fährstrecken mit selteneren Abfahrten sind Fahrer oft schon viele Stunden bis zu Tagen von Abfahrt am Hafen...

Jeder Hafen hat da so seine Eigenarten. In Puttgarden, auf dem Weg nach Dänemark kann man z.B. leicht bei den vielen PKW fragen, die hinter oder vor den Kassen auf ihr Schiff warten. Meist findet sich immer jemand, der dich mitnimmt. Mehr kostet dies nicht, da man dort z.B. nur per Auto, nicht per Person zahlt. In Dover hört man dann des öfteren, dass Tramper vom Personal verscheucht werden. Aber auch da gibt es Tipps und Tricks, wie man locker über den Kanal kommt.

Man kann auch auf der Fähre versuchen Mitfahrgelegenheiten zu suchen, um am Zielhafen gleich weiterzukommen. Man kann entweder auf der Fähre selber Leute fragen, ob passende weitere Reisepläne haben und mitnehmen würden (Treffpunkt ausmachen – am Besten Fahrzeug und dessen Standort beschreiben lassen), oder mit auf die Parkdecks gehen, sobald sie geöffnet werden. (Rechtzeitig bereit sein!) So solltest Du ein paar Minuten Zeit haben, bis es für die Fahrer losgeht, die ausreichen sollten, um alle durchfragen zu können und eventuell eine ganze Auswahl mehr oder weniger brauchbarer Mitfahrgelegenheiten zu finden.

Freikarte

Teils gibt es lokale Besonderheiten wie den hohen Preis für alkoholische Getränke in nordischen Ländern, deren Einwohner trotzdem gerne und reichlich davon konsumieren. Hier scheint teilweise der Duty-Free-Shop an Bord die Haupteinnahmequelle der Fährgesellschaft zu sein, auf die sie sich konzentriert. Die Tickets sind hier so schon außerordentlich günstig und Vielkäufer bekommen oft noch welche gratis, damit sie wiederkommen. Viele dieser Leute brauchen diese Freikarten nicht und geben sie gerne ab, wenn man sie danach fragt. Dazu sollte man sich bei Ankunft der Fähre an den Strom der aussteigenden Alkoholzombies stellen und sein Glück versuchen.

Frachtschiffe / hohe See

Die Idee, auf einem (Hochsee-)Frachter anzuheuern und so mit über die Ozeane zu gelangen, ist heute wohl (fast) nichtmehr praktikabel. Für das Anheuern bei einer Reederei für einen Hochseefrachter braucht man ein Seefahrtbuch (eine Art universellen Pass für Seeleute), das man erst nach einem Jahr Dienst auf Schiffen in internationalen Gewässern erlangt (was allerdings auch schon mit einer Fähre auf dem Ärmelkanal erfüllt werden kann...). Außerdem sollen wohl Reedereien nicht gerne (vermutet anspruchsvollere?) Matrosen aus dem reichen Westen nehmen. Vielleicht mit guten Kontakten...

Auch blinde Passagiere sind wohl beinahe ausgestorben und haben in heutigem Frachtverkehr kaum mehr eine Chance...

Die wohl deutlich bessere Idee sollten private Segelboote sein...

Segelboot

In entsprechenden Häfen kann man – am Besten wenn man Vorwissen übers Segeln beziehungsweise Praxiserfahrung vorweisen kann – Mitfahrgelegenheiten über die Weltmeere finden – beispielsweise von Europa über den Atlantik. Auf privaten Segelyachten ist oft noch ein Paar helfender Hände willkommen („Hand für Koje“, engl. „hand for sail“), wenn zum Beispiel zwei Leute ihr Segelboot ausführen und die optimale Besatzungsstärke jedoch etwas höher liegt... Zur Vermittlung gibt es auch spezielle Websites. Einige Bootsbesitzer verlangen von Mitfahrern – tendenziell eher von unerfahrenen – Geld für Verpflegung oder ähnliches in Höhe von wohl üblicherweise ein-, zweihundert Euro. In Ankunftshäfen werden Segelboottramper teils auch von einem Boot zum nächsten weitervermittelt. Einige Erfahrungsberichte und eine kleine Anleitung mit Tipps zum Mitsegeln finden sich in diesem Blog.

Literatur: Per Anhalter über die Ozeane von Alison Muir Bennett – praktische Informationen zum Thema

Binnenschiffe

Im Gegensatz zu Frachtschiffen auf hoher See, lassen sich Binnenschiffe verhältnismäßig einfach trampen. Das geht am besten an Schleusenanlagen und Binnenhäfen. Sicher ist es sinnvoll das Personal an der Schleuse vorher zu fragen. Wenn die freundlich sind, helfen die dir sogar dabei. Viele Schiffer haben Langeweile und nehmen dich mit obwohl es die Rederei eigentlich verbietet. Bedenke: Binnenschiffe sind sehr langsam, im Schnitt etwas schneller als 10km/h, mit dem Fahrrad wärst du also schneller. Schiffer sind meist Frühaufsteher und haben in der Morgendämmerung unter Umständen schon abgelegt.

Externe Verweise