Biwaksack

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Ein Biwaksack ist eine sehr leichte und minimalistische Alternative zum Zelt. Die einfachste Version eines Biwaksacks könnte eine über den Schlafsack gestülpte Plastiktüte sein.

Herkunft des Wortes

Datei:Bivouac snow.jpg
Biwaksack im Wintereinsatz an der Benediktenwand in Bayern

Biwak ist ursprünglich ein Ausdruck für ein (Militär-)Zeltlager, das aus sehr einfachen oder improvisierten Unterkünften/Unterschlüpfen besteht. Der Begriff wird auch für Pfadfinder- und Bergsteiger- und Trekkingtouren benutzt.

Gebrauch

Wenn du mehrere Tage unterwegs bist und dabei draußen schläfst, brauchst du –abhängig von Klima und Wetter– einen Schutz vor Wind und Regen, um es im Schlafsack warm und trocken zu haben. Biwacksäcke können den Isolationseffekt um bis zu 15° steigern, weil sie eine Wind- und Wasserbarriere darstellen. Sie schützen deinen Schlafsack auch gegen Dreck und Funken (beispielsweise von einem Lagerfeuer).

Anders als ein Zelt sind sie viel leichter (um die 500g) und kleiner und können für die Fälle mitgenommen werden, bei denen du unerwarteterweise draußen schlafen musst.

Variationen

Wenn du zur Zeit keinen Zugang zu einem Biwaksack hast oder kein Geld für einen ausgeben möchtest, kannst du auch eine große Mülltüte benutzen, die du über deinen Schlafsack ziehst. Ansonsten kannst du dir auch aus recyceltem oder billig eingekauftem Material selbst einen machen.

Im Handel angebotene Biwaksäcke sind aus einem leichten wasserdichten Kunststoffmaterial gemacht. Ihr Nachteil ist, dass mit der Zeit Feuchtigkeit an der inneren Wand des Biwacksacks kondensieren wird. Dieser Effekt ist stärker, wenn die Außentemperatur niedrig ist. Deshalb wird diese Art Sack nicht für den Wintergebrauch empfohlen. Du und zumindest dein Schlafsack werden feucht und wenn du keine Möglichkeit hast, den Schlafsack am Tage zu trocknen, wird seine Isolationsfähigkeit dauerhaft abnehmen, besonders wenn es sich um einen Daunenschlafsack handelt.

Der Kondensationseffekt wird durch die Wahl von atmungsaktiven Materialien für den Biwacksack minimiert, z.B. Gore-Tex, Sympatex, Hyvent. Diese Materialien lassen Feuchtigkeit durch das Gewebe durch während Wasser von außen nicht reinkommt.

Manche Biwacksäcke haben innen eine Aluminiumbeschichtung und reflektieren den Großteil deiner eigenen Körperwärme. Anspruchvsollere Biwacksäcke umhüllen sogar dein Gesicht mit einem luftdurchlässigen Gewebe, das auch die Atemluft durchlässt. Auf diese Weise bist du komplett vor Regen und Wasser (und Stechinsekten) geschützt. Es gibt außerdem noch Biwackschlafsäcke, die wie normale Schlafsäcke sind, aber eine wasserdichte Außenhülle haben.

Eine andere Variante ist das Biwakzelt, das bequemer als ein Biwaksack, aber noch kein richtiges Zelt ist. Hier wird das wasserdichte Gewebe durch zwei Bögen über Kopf und Füßen gespannt. Auf diese Weise durchnässt die kondensierte Flüssigkeit nicht deinen Schlafsack. Außerdem gibt es mehr Raum zum Atmen und in einem Zelt zu schlafen mag sich privater anfühlen, als einfach in einem Schlafsack rumzuliegen. Der gesteigerte Komfort eines Biwakzeltes wird bezahlt mit einem höheren Packmaß und etwas mehr Gewicht zum Rumtragen (max. 1kg). Ein Nachteil im Vergleich zu einem richtigen Zelt (der keine Rolle spielt, wenn du nur darin schlafen möchtest) ist, dass du dich in einem Biwakzelt nicht hinsetzen kannst. Und es bietet keinen Platz für deinen Rucksack.