Biel-Bern, mühsam
Von Biel nach Bern zu trampen ist meistens wie mal eben kurz zum Briefkasten laufen: Unkompliziert, routiniert, schnell. Es gibt Ausnahmen, insbesondere dann, wenn man es eilig hat. So zum Beispiel gestern. E. und ich stehen an der Auffahrt Nidau. Perfekter Platz, perfektes Wetter, Sonntagabend um 18 Uhr, zwei junge, nett lächelnde Frauen mit wunderschön gemaltem BERN-Schild.
Eine gute halbe Stunde später hält endlich einer… E. steigt hinten ein, ich vorne. Am Steuer ein 26-Jähriger, der zuerst angibt, nach Bern zu fahren. Als wir losfahren sagt er, dass er eigentlich nach Kirchberg müsse – das würde bedeuten, 10km vor Bern auf eine andere Autobahn in die andere Richtung zu fahren – aber er könne uns ja schnell nach Bern fahren. Nett, denken wir. Dann fängt er damit an, dass er ja eigentlich eine Freundin suche. Und dass wir mit ihm in Bern einen Kaffee trinken müssten, da er uns ja extra hinfährt. Wir antworten, wir hätten keine Zeit, und erwähnen auch immer wieder deutlich, dass wir unterwegs zur Kirche seien (ist normalerweise abschreckend). Als wir uns der Ausfahrt Schönbühl nähern, sagt er: “Na gut, dann kommt ihr halt mit in meine Wohnung in Schönbühl”. Hallo??? Sagten wir nicht gerade, dass wir keine Zeit haben? Er nervt, aber wir müssen echt nach Bern. Er ist die ganze Strecke immer schön links gefahren, jetzt, kurz vor der Abfahrt, ist er rechts. Ich sage bestimmt: “Wir wollen jetzt nach Bern”, E. bekräftigt das, und uff! – er fährt weiter geradeaus. In Bern lässt er uns an der Ausfahrt Wankdorf raus und fährt zurück.
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