Biel/Bienne CH – Speyer D

June 24th, 2010

Ca. 360km, 18./19.April 10.

Es war ca. 10.30 Uhr, ich wollte wie üblich mit dem Bus zur Autobahnauffahrt fahren, aber der fuhr nur werktags. So änderte ich meine Pläne und lief zur Autobahn Richtung Bern. Das erste Auto nahm mich mit! Wir sprachen über Dampflokomotiven.. auf der A1, der Raststätte Grauholz, stieg ich aus und benutzte zum ersten Mal die Brücke, um auf die andere Seite der Raststätte zu kommen. Es hatte kaum Autos. Endlich hielt eines an mit zwei Männern darin. Hmm, zwei Männer.. Dann sprachen die auch weder deutsch noch franz noch englisch und sagten nur “Basel”. Ich lehnte dankend ab und wartete weiter. Dann kam er: Der Porsche GT-3 (man muss dazu sagen, dass ich keine Ahnung hatte und dachte es sei ein Ferrari, weil im Logo ein Pferd zu sehen ist)! Der Fahrer sagte, er fahre nicht nach Basel (weil ich mit “Basel”-Schild war) sondern nach Deutschland. Wir murksten meinen Rucksack ins Auto (mit vereinten Kräften und viel Gewalt ging es) und fuhren los. Irgendeinmal stellten wir fest, dass er direkt an Speyer vorbeifährt – meinem Ziel! Wow.. das sind exakt 337km. Der Fahrer war der liebste der Welt und wir führten interessante Gespräche. Er wird am 24-Stunden-Rennen teilnehmen und fuhr gerade dorthin zum trainieren. Er fuhr wirklich professionell. Sein Porsche-Modell war ohne Komfortzeugs gebaut, und so fühlte sich das Fahren an als ob man auf Rollschuhen wäre.. man spürt echt alles, jeden Kieselstein. Somit waren die 250km/h, die wir zeitweise fuhren, sehr aufregend. Unterwegs lud er mich zum Mittagessen mit anschliessendem Espresso ein (er ist Italiener). Dann fuhr er mich direkt vor die Konferenzhalle. Zum guten Glück hatte die Nachmittagssession bereits begonnen, so waren nicht allzuviele Leute draussen.. denn schon die wenigen die da waren umringten uns staunend :-) Als er wieder losfuhr, hörten es meine Freunde drinnen.

Rückweg:

Um 16.30 Uhr lief ich vom Konferenzort in Richtung Autobahn. Eine schnurgerade Zufahrtsstrasse und null Möglichkeiten für Autos, anzuhalten.. Irgendwann stellte ich mich einfach mitten in einen Kreisel, sozusagen, mit A5-Schild. Bis zur A5 waren aber noch die B9, A61 und ein Stück A6 zu bewältigen. Aber wie das so ist, stoppte irgendwann (nach 20 Minuten oder so) ein sehr netter Mann. Er brachte mich auf eine Raststätte auf der A6, “am Hockenheimring”. Dort wartete ich, liedererfindend und singend, etwa 30 Minuten. Es war sehr unterhaltsam. Dann hielt ein Lastwagen, der in die Schweiz fuhr. Da aber schon etwa 18 Uhr war und ich mich noch gut an meine Lastwagentour mit Ernestyna erinnerte, stieg ich auf der ersten Raststätte auf der A5 aus. Das war eine sehr weise Entscheidung. Weiter gings mit einem deutsch-vietnamesischen Paar, das nach Freiburg i.Br. fuhr. Ich nickte dauernd ein und konnte nichts dagegen tun.. glücklicherweise wachte ich kurz vor der letzten Raststätte vor Freiburg auf und konnte aussteigen. Die Raststätte war sehr klein und sehr leer… Nach 30 Minuten hielt ein Aargauer an und brachte mich in die Schweiz auf die Raststätte Pratteln. Dort stand an der Tankstelle ein roter Ferrari. Ich steuerte schon lächelnd darauf zu aber fragte dann doch zuerst einen anderen jungen Mann, und der nahm mich auch prompt mit bis Bern. Da es dort schon dunkel war nahm ich den Zug nach Hause..

Berlin-Biel CH

February 17th, 2010

954 km. 6 Autos. 12 1/2 Stunden.

05 Uhr 50.. beladen stapfe ich durch Schnee und über Eis und durch Dunkelheit.. Um 6 Uhr sitze ich in der U-Bahn, um 07 Uhr bin ich an der Berliner Stadtgrenze angelangt und warte auf den Regiozug. Letztes Mal war ich von Grunewald gestartet, nun will ich Michendorf probieren. Um halb 8 komme ich dort im Dorf an und die orange glühende Sonne geht gerade auf. Nach einer halben Stunde Fussmarsch hieve ich eine metallene Emergency-Tür auf, quetsche mich durch die Lücke und befinde mich mitten zwischen Lastwagen aus aller Welt (naja, ok, Russland, Polen, Ukraine,..) auf der Raststätte Michendorf auf dem Berliner Ring. Ich laufe zum Ende der Raststätte und stelle mich in die Sonne. Alle zwei Minuten fährt ein Auto vorbei.

Das dritte hält: Ein Anfangdreissiger am Steuer und neben ihm eine junge Frau. Sie fahren nach Frankfurt! Bäm! Und nach kürzester Zeit stelle ich fest, dass er vermutlich 220km/h als seine Standardgeschwindigkeit sieht. Wenn das so weitergeht, kann ich vor dem Nachhausekommen noch einen Abstecher nach Südfrankreich machen? -Sie sind sehr nett und die Frau wird in Frankfurt den Zug nehmen nach Freiburg, weil der Fahrer in einer anderen Stadt wohnt. Oberhalb Frankfurt, auf der Raststätte Wetterau, steige ich aus, und die Frau beschliesst spontan, mit mir mitzutrampen. Ist das nicht cool? Es ist erst Mittag, und ich hab schon mehr als die Hälfte der Strecke hinter mir! Ah yeah.

Nach kurzer Zeit haben wir schon ein Auto, das uns zur Raststätte Bruchsal oberhalb von Karlsruhe fährt. Ein sehr netter junger Filmemacher.

Und dann: Es beginnt zu regnen. Regen!! Wir stehen im Pflotsch und k-e-i-n Auto bewegt sich vom Parkplatz auf uns zu. Die Tankstelle ist verwaist. Nach 45 Min hält endlich ein Auto an. Am Steuer eine Frau und daneben ein junger Tramper mit farbiger Wollmütze. Er stellt komische Fragen und auf unsere Fragen antwortet er mit langer Verzögerung. Meine spontane Begleiterin und ich werfen uns stirnrunzelnd vielsagende Blicke zu. Bei der nächsten Raststätte, Baden-Baden, müssen wir schon wieder raus. Die rosa Wollmütze auch. Und wer steht an der Tankstelle? Circa drei Autos und drei weitere TramperInnen!

Nun sind wir zu sechst im Regen und alle müssen in dieselbe Richtung. Die Wollmütze fängt an, uns zu erklären, wie man Autostop macht. Was für Sätze man sagt und was wir alles falsch gemacht haben beim Ansprechen einer Person vorhin. Meine Begleiterin raunt mir zu: Lass uns abhauen von hier. Schnell laufen wir ans andere Ende der Raststätte. Wir sprechen ein Mutter-Sohn Paar an und widerwillig – so scheint es – nehmen sie uns mit. Sie transportieren einen Weinbergtraktor und fahren deshalb nur 85km/h. Meine Begleiterin fährt mit ihnen mit bis kurz vor Freiburg, ich springe auf der Raste Mahlberg raus und bin wieder allein.

Phu. Keine weiteren TramperInnen zu sehen.. Noch zwei Raststätten trennen mich von der Schweiz, von Pratteln. Es gibt niemanden den oder die ich ansprechen könnte. Also Leitplanke und Daumen. Meine Füsse sind nass, es k.. mich an und ich wünsche mir ein warmes Auto mit jemandem normalen drin. Et voilà: Ein wunderschöner alter Opel mit AG-Kennzeichen hält an. Das Beste ist: Damit der Motor nicht überhitzt, muss die Heizung auf vollen Touren laufen. Alle zehn Kilometer reisse ich mir einen weiteren Pullover vom Leibe (ich trug viele…).

Die Grenze! Und kaum befinden wir uns auf Schweizerboden, hört der Regen auf und die untergehende Sonne kommt hinter den Wolken hervor. Kein Witz! In Pratteln steige ich aus, und während nebenan ein LKW in den Stein fährt, bei dem ich normalerweise auf dieser Raststätte stehe und trampe (wieder kein Witz!), spreche ich zwei, drei tankende FahrerInnen an. Einer dieser Männer sagt, er könne mich schon mitnehmen nach Bern, aber er müsse vorher noch schnell zur Arbeit fahren und sein Stundenblatt ausfüllen. Wo denn diese Arbeit sei, frage ich? Nun….. es ist ein Ort namens Egerk_____, und da Ernestyna und ich diese wunderbare Ortschaft bereits ausführlich kennenlernen durften, und da einer meiner Fahrer dort einmal beinahe erschossen wurde (!), beschliesse ich, weiterzufragen. Der nächste, den ich frage, fährt nach Lausanne und nimmt mich mit. Er ist Kommunikationstrainer und die Fahrt ist sehr spannend. Und extra wegen mir fährt er nicht via Bern sondern via Biel nach Hause. Um 18 Uhr 30 komme ich in Biel an. yippieh!

Bern-Berlin, Februar 2010

February 17th, 2010

954 km. 6 Autos. 11 Stunden.

6.45 Uhr an der Auffahrt Ostring. Es ist dunkel und der Halteplatz voller Schnee/Eis.. Ich denke “Warum habe ich nicht abgesagt!! Was tue ich überhaupt hier? Mann!“.

Nach 15 Minuten nimmt mich eine Frau mit für ca. 3km, bis zur Raststätte Grauholz. Dort nach wenigen Minuten mit einem netten Mann bis zur Raststätte Deitingen. Dann warte ich wieder ca. eine Viertelstunde in der Eiseskälte, hüpfend und singend: I don´t have to worry about a thing, cause my dad´s name is King. Dann hält ein Mini-Auto an, vollgestopft, aber ich darf trotzdem mich auch noch reinquetschen. Der Fahrer ist Amerikaner und es stellt sich bald heraus, dass er Jesus liebt und als ich in Pratteln aussteige sagt er, er werde den ganzen Tag für mich beten, für meine Reise. Nice. Ich brauche einen Kaffee. Dann das obligate Gratispinkeln.

Dann spreche ich einen Mann an. Er fährt bis oberhalb Frankfurt und KLAR nimmt er mich mit, er fragt ob ich genug zu trinken habe, ob ich die Heizung wärmer will, ob ich den Sitz verstellen will, ob es mir bequem ist, etc. Er ist Koch aus Deutschland und hat kürzlich auf Internet mein Restaurant entdeckt und gedacht, dass er da gerne mal essen möchte. Lustig!

Einige Stunden später steige ich auf der Raststätte Wetterau aus und esse ein Sandwich. Dann spreche ich drei Leute an. Beim dritten steige ich ein. Er fährt bis nach Fulda. Wieder eine super Strecke! Er ist sehr sehr nett! Ein Lastwagenfahrer der gerade in Marokko war und in einer Woche nach Russland fährt. Seine grosse Liebe, ein mini Chihuahua, ist auch dabei und kläfft mich ab und zu an.

Kurz vor Fulda auf der Raststätte steige ich aus, spreche eine Frau an und danach einen Mann, und schon sitze ich im Auto nach Berlin!! Unterwegs halten wir an und der Fahrer lädt mich auf Kaffee und Kuchen ein. Dann fährt er mich nach Berlin ins Zentrum und schon bin ich da.

Berlin-Schweiz, Juni 09

June 23rd, 2009

Montagmorgen, 06 Uhr 45, Raststätte Grunewald in Berlin. Ziel heute: Bis am Mittag auf der Raststätte Fränkische Schweiz/ Pegnitz sein, dort die Freundin die von Polen hertrampt treffen und dann mit ihr zusammen in die Schweiz zurückfahren.

Auf Grunewald ist sehr sehr wenig los um diese Uhrzeit. Dafür hat es auch keine anderen Tramper. Alle paar Minuten fährt ein Auto auf die Autobahn. Auf der Tankstelle ist niemand. So warte ich bei der Auffahrt mit A9-Schild. Nach einer Viertelstunde nimmt mich einer mit. Er ist sehr wortkarg und kann mich bis zum Rasthof Fläming bringen – also nur paar km nach Berlin.. immerhin aus der Stadt raus. Fläming ist doof um bei der Auffahrt zu stehen, weil die Leute von der Tankstelle schon weit vorher auf einer Einzelspur fahren und direkt auf die Autobahn rasen können. Also laufe ich zur Tankstelle und spreche paar Leute an, aber alle sind missmutig drauf oder fahren nicht in meine Richtung. Nach etwa einer halben Stunde kann mich einer bis zur nächsten Raststätte, Köckern, bringen. Immerhin! Er besitzt seit 20 Jahren ein Geschäft für Elektroinstallationen in Grimma bei Leipzig, seine Freundin ist Ärztin in Berlin und hat sozusagen nie frei. In Köckern warte ich dann nur fünf bis zehn Minuten, dann hält eine Frau an, tatsächlich eine Frau! Sie fährt bei Hof auf die A72, kann mich also bis Frankenhöhe mitnehmen, was schon ein ziemliches Stück südwärts ist. Sie ist Ernährungsassistentin, also zuständig für die Diätmenus in Spitälern. Jede Woche fährt sie zwischen Düsseldorf, Berlin und Bayern herum.. Sie erzählt mir, dass sie ständig länger arbeiten muss und dass schon zwei Wochen Ferien ein Problem seien. Wenn sie aber mehr Freizeit verlangen würde oder ihrem Chef sagen würde, dass sie auch noch leben möchte, nicht nur arbeiten, dann riskierte sie ihre Stelle.. Auch sonst seien alle extrem unter Druck. Was bei ihnen Reinigungskräfte verdienen, sichere kaum das Existenzminimum, aber die Firma könne schlichtweg nicht mehr bezahlen wegen dem ganzen Konkurrenzkampf. Hmm.. fast jede Fahrerin, fast jeder Fahrer erzählt mir solche Sachen. Dass sie arbeiten bis zum umfallen und sich nicht getrauen, sich zu wehren, weil es schon ein Wunder ist dass sie diese Stelle bekommen haben.

In Frankenhöhe steige ich aus und muss nicht mal fünf Minuten warten. Schon hält ein Ehepaar an, das nach Nürnberg fährt. Ich muss ja nur noch eine Raststätte weiter, weil ich dort die Freundin aus Polen treffe. Diverse Staus und Unfälle habe ich heute schon hinter mir. Nun fahren wir die A9 runter. Plötzlich befielt das GPS, auf die A70 abzubiegen, wegen Baustelle und Stau. Meine Fahrer würden auch so nach Nürnberg kommen – ich aber würde sowohl die Raststätte Fränkische Schweiz verpassen wie auch sonst ein Problem bekommen, da auf der A70 über Erlangen keine Raststätte mehr kommt bis Nürnberg. Ein innerlicher Panikanflug.. Zum Glück sehen sie meine Lage und erbarmen sich. Bei jeder Ausfahrt macht die GPS-Stimme einen auf Terror, aber sie fahren stur geradeaus. Da wahrscheinlich die meisten Autos auf die A70 gefahren sind (es haben ja praktisch alle GPS) haben wir nun auch keinen Stau. Sehr schön. Punkt 12 (!) bin ich auf der Raste Fränkische Schweiz. Meine Freundin ist erst gerade in Dresden losgefahren und wird so in anderthalb Stunden da sein.

Kurz nach halb 2 kommt sie dahergefahren – mit einem Fahrer, der bis Karlsruhe fährt!! Er ist superlieb, wir unterhalten uns blendend, und einige Stunden später steigen wir in Karlsruhe aus.

Wieder an der Ausfahrt, mit CH- und Basel-Schild, hält nach zehn Minuten ein Auto mit Berner Kennzeichen an. Es ist ein Pianobauer und -händler, im Auto läuft wunderschöne Klaviermusik. Er weiht uns in die geheimnisvolle Welt des Klavierbaus ein, ausführlich aber zum Glück interessant. 50km vor Bern steigen wir aus, auf der Raststätte Deitingen, in der Hoffnung, bald nach Biel mitgenommen zu werden. Tatsächlich hält nach 20min eine Frau an, die uns nach Biel bringt. Um 21 Uhr sind wir da.

Schweiz-Berlin, Juni 09

June 23rd, 2009

Freitagmorgen, 06 Uhr. Nach zweieinhalb Stunden Schlaf nehmen wir (eine Freundin und ich) den Bus zur Autobahnauffahrt Richtung Solothurn/Basel. Um halb 7 stehen wir dort, zehn Minuten später fahren wir schon mit einem jungen Türken mit, der in die Umgebung Basel fährt, aber leider kurz vor der Raststätte Pratteln abbiegt. So steigen wir bereits kurz nach Solothurn auf der Raststätte Deitingen aus. Wir stellen uns bei der Auffahrt hin mit Basel- und “D”-Schild. Es hat wenige Autos und die meisten fahren nach Zürich oder sind schon voll (Firmen-Kleinbusse etc.). Neben uns parkiert ein Schweinetransporter… ein LKW mit zwei Geschossen, alles voller armer Schweine unterwegs zum Schlachthof.. wir beschliessen, nie mehr Schinken zu essen. Endlich, nach etwa einer Viertelstunde, hält ein deutscher Kleinbus. Vorne neben dem Fahrer hat es noch zwei Sitze, allerdings ist alles komplett vermüllt… Der Fahrer schnappt sich erstmal eine Mülltüte und füllt diese mit dem ganzen Abfall… dann gehts los zur Raststätte Pratteln.

In Pratteln wieder mit Daumen. Irgendwie kein Bock auf Leute ansprechen an der Tankstelle, und ausserdem ist der Parkplatz vom Restaurant sehr voll; die wollen wir nicht alle verpassen. Nach etwa 20 Minuten hält ein chicer Wagen an: Der Fahrer muss nach Köln und kann uns bis zur Raststätte Bruchsal, also kurz bevor es von der A5 auf die A6 geht, mitnehmen! Hurra! Er macht Notstromsysteme und hat den Kofferraum voller Werkzeuge und Geräte, die er nicht deklarieren mag… über die Grenze mit einem entspannten Lächeln und den ID’s in der Hand… geschafft. Er bietet uns von seinem Sandwich an. Schinkensandwich. Der Hunger siegt..

In Bruchsal hält schon nach wenigen Minuten ein Auto mit rotem Händlerkennzeichen. “Nürnberg?” – “Ja, Nürnberg, da fahr ich hin”. Kaum sind wir eingestiegen stellt sich heraus, dass er überhaupt nicht nach Nürnberg fährt, sondern nur etwa 70km in diese Richtung und dann auf die A7 und A3 wechselt. Er empfielt uns wärmstens, mit ihm mitzufahren, so komme man auch nach Berlin und Polen. Theoretisch ist das auch möglich, aber erstens haben wir schon zweimal den Fehler gemacht und auf Fahrer gehört (wir erinnern uns: Egerkingen), und zweitens fängt unser Fahrer dann an, gegen die Türken zu wettern und Ausländer allgemein. So steigen wir auf der ersten Raststätte auf der A6 wieder aus.

Es ist wenig bis nichts los, vereinzelt fahren Autos an uns vorbei, zeigen uns aber mit Handzeichen, dass sie auf die A81 nach Stuttgart fahren.. Nach einer knappen halben Stunde kommt ein Auto mit italienischem Kennzeichen und drei Leuten drin dahergefahren – und hält an! Gottseidank sprechen sie französisch, es sind zwei Französinnen und ein Franzose, sehr nette Menschen! Und sie fahren nach Leipzig – perfekt! Die nächsten paar Stunden verbringen wir mit ihnen, inkl. eine Stunde Mittagspause.. na gut.. immerhin haben wir uns in dieser Pause umgeschaut und niemanden gefunden für uns. Nach Nürnberg, auf dem Rasthof Fränkische Schweiz, steigt meine Freundin um, weil sie nach Polen fährt. Sie ist innert weniger Minuten weg und kommt mit zwei Autos und insgesamt 10 Minuten Wartezeit bis Wroclaw. Ich fahre weiter mit den Franzosen bis kurz vor Leipzig.

Dort auf der Raststätte warte ich wieder an der Auffahrt, mit Berlin-Schild. Lastwagen halten an und bieten mir an, mich zum Berliner Ring mitzunehmen. Da lehne ich dankend ab; ich kann mir nicht vorstellen dass jemand der/die nach Berlin fährt, einige km vor der Stadt nochmal auf ner Raststätte anhält. Dann kommt ein kleiner Transporter mit russischem Kennzeichen gefahren und hält an. Ich: “Berlin?” – Er: “Berlin!”. Ich steige ein, ohne sicher zu gehen, dass er auch wirklich die STADT Berlin meint. Er ist ein ganz junger Russe mit Flaum auf der Oberlippe, und er scheint sich riesig zu freuen, mich mitnehmen zu können. Obwohl er NUR russisch spricht und ich gar nicht, versuchen wir uns zu unterhalten. Er schenkt mir ein Russland-Wimpel und weissrussisches Geld (ein ganzes Bündel davon). Leider habe ich aber auch herausgefunden, dass er tatsächlich nur über den Ring fährt und weiter nach Polen-Belarusia. Ausserdem fährt er nur 85km/h. Die nächste Raststätte kommt in ca. 50km… Ich habe mein Tramper-Vokabular für osteuropäische Sprachen dabei, aber als ich ihm einen russischen Satz vorlese, versteht er mich nicht.. Mist, ich weiss nicht wie hier die Aussprache gedacht ist. Ich versuche ihm zu zeigen, dass ich auf der nächsten Raststätte rauswill. Er scheint es nicht zu verstehen, ich wollte doch nach Berlin??? Aber natürlich hält er dann an, wenn auch traurig. Die Raststätte Köckern ist die zweitletzte vor dem Berliner Ring, mitten im Nirgendwo und ohne grossen Betrieb. Die Tankstelle ist leer, der Parkplatz verwaist.. es weht ein starker Wind und wird schon Abend.. Mist. Aber schon das dritte Auto – mit Berliner Kennzeichen! – hält an. Es ist ein Vater mit Sohn in meinem Alter, sie würden mich in die Stadt fahren, müssen aber vorher in ihr Dorf 20km neben Berlin ein paar Sachen ausladen. Whatever, ich steige ein und fahre mit ihnen dahin. Sie sind super, wir unterhalten uns bestens über fast alles. Der Vater erklärt mir auch, dass er nach einigen negativen Erfahrungen mit Trampern eigentlich keine mehr mitnimmt. Welche negativen Erfahrungen? Das sind: Eine junge Frau, die sich sofort nach dem Einsteigen auf dem Rücksitz hinlegt und schläft und erst wieder erwacht, um auszusteigen. Ein junger Mann, der Selbstmordabsichten hegt, diese mitteilt und die ganze Fahrt seinen Depressionen freien Lauf lässt. Zwei Polinnen, die kein Wort deutsch sprechen und ihn deswegen nicht unterhalten /wachhalten können. Ich gebe mein Bestes und frage ihn über sein Leben und Geschäft aus, mache bewundernde Zwischenbemerkungen, erkundige mich über die Gegend und lobe die Landschaft. Aber sie sind wirklich nett. Ich kriege einen Apfelsaft und sie fahren mich in halb Berlin herum bis vor die Haustür meiner Freundin.

Um 06.30 Uhr los, 1’040km Fahrt, 20.30 in Berlin.

Köln-Biel/Bienne (580km): Tuesday

January 7th, 2009

I reach the entrance ramp of Köln-Königforst by tram 7 and walking at about 10. It must be around minus 10, as newspapers and my feeling tell me…. Beautiful sunshine, few cars.
Köln Königforst
Auffahrt Königforst

After 10min, a lady stops. I can’t find out where exactly she goes to, but fore sure she will pass the next Raststätte which is only about 5km away. I get in and yes! She goes right through Frankfurt so that I can get out at Raststätte Hedenheim, right before Frankfurt.

Again it is soooo cold.. I find a woman going to Bern, but her car is really packed and I have no chance, she’s really sorry for that. I go to the end of the Raststätte with a “A5″-sign. Nobody stops until 15min later a car with Munich-numberplate arrives. Two young guys in the front, many many boxes in the back, but the help me making some space for me. They are biology students and drove from Munich to Düsseldorf at 2am for picking up some laboratory stuff. Driver drives fast and safely, the other tells me about his work which is really interesting. I didn’t know that shells (the one you eat..) have many many eyes and a brain… And I am very glad that I’ve never eaten it, as I hear all the stories about them…. The combination of this (driving very fast and talking very much) is dangerous: I almost miss my next stop, Raststätte Bruchsal.

There again I go to the entrance ramp, but without sign, now most of the cars just go down towards Basel. After already 5min a car stops, again a woman in her 50ies (it turns out later that she is already over 60). She came from Nürnberg and goes to Switzerland to visit her sister – only 50km away from my town! She tells me that her son (40years old and “conservative”) forbid her to take any hitchhikers, but she doen’t care, she says.. She is great! I laugh so much as I hear all her stories. Once her car died in the middle of a huge crossroads. As the driver of the car behind her started cursing at her she put the warning lights on, got out, walked to him and asked him nicely if he could please drive her car away from that crossroad, cause she wouldn’t stand there just for fun.

In Switzerland she asks me where she can drop me off. I say that I will come off the highway with her and just place myself on the entrance ramp again. I already know exit Niederbipp. She doesn’t like my idea and drives me straight home, making a 40km detour (one way!)!!!

Wroclaw-Köln (825km), Monday morning

January 7th, 2009

I get up at 5.30 to get a tram after 6 o’clock. I have to go till the final station, from there walk about 10 Minutes to find the last big gas station on the mainstreet going unto the highway. It is cold and snowing like crazy and still dark. I can’t find the streets that seemed to be so easy-to-find on the map.. First mistake: I don’t ask locals..

Finding the highway
I walk and walk in the direction that seems right for me, it can’t be far away, it must be somewhere here. But after everycorner there’s a new street and there are less and less cars, and the people I ask for the way to the highway just tell me to keep going in this direction.. After a 50-minutes-walk through young snow, I see the “Auchan”-supermarket-centre in front of me, but from behind. The highway A4 starts right there! But it’s dark and snowing and i can’t make out the beginning of the A4 cause I’m surrounded from many streets now. As I walked around the whole huge centre I realize that the entrance of the highway had been right where I started walking around.. man! It’s already 8 o’clock as I reach the gas station on the entrance ramp. Muddy wet snow covers the streets and the gas station up to 20cm, there are few cars and they drive very slowly. It’s hard to keep an arm stretched out while having a heavy rucksack on the back… but well, after 15 minutes a car stops, going to Legnica, which is a town between Wroclaw and the border, still on the highway.
looking for A4

Wroclaw-Legnica: 76km / snowfall
The driver sells candy bars like Mars, Snickers etc. to stores, and he puts my backpack right on all the stuff. He’s very nice, doesn’t speak much english, and lets me out in the gasstation at the exit of Legnica, telling me I was crazy and that he wishes me all the best. Thank you, I can need it.. Very small gas station, a lot of cars parked, no people around, no cars driving unto the highway, and still snow, snow, snow. The highway is covered with it, too, and it would be easy for me to hitchhike right on the highway itself, as cars drive very slowly and carefully. But as I think about it some police cars show up and I decide to try it some more minutes legally. After 15min I am really cold and promise to myself that I will buy better shoes next time. Another 15 minutes pass, some people offer me rides, but in the wrong direction.

Legnica-Oberlausitz: 146km / snow, snow, snow
Finally Szimon shows up. He transports meat and is on his way home to Boleslawiec. Perfect, the highway to Zgorzelec/Görlitz ends right before Boleslawiec and the street then goes through the town and some more villages. Szimon has a CB radio and tells me that he will try to find a ride to Germany for me. We have nice talks. The A4 to the border will be opened in fall and most of the restaurants in and around Boleslawiec will have to close by then. I don’t know what is better: A highway far away from houses and bringing Poland closer to the western Europe, or hundreds and hundreds of trucks and cars going through small villages and towns, bringing some money to the restaurants… As we reach a gas station right before Boleslawiec, he says something in his CB-Radio, drops me off in the gas station and tells me to wait for some minutes there. He doesn’t know who is my next driver, but he promises me that there will be someone soon. I get out and there is already a truck, forcing his way through the snow. I open the door and yes, he’s my driver, called over CB-Radio! I climb in, he’s going till 10km before Dresden, which means for me that I will get out on Raststätte Oberlausitz, 50km before Dresden. But until we get there there is still the snow problem. We drive with around 40km/h and it’s already almost noon! I am tired and my feet are like ice… Driver doesn’t speak any german/english, so it’s a radio-ride, including some short naps..
in the truck

Oberlausitz-Köln: 625km / even more snow
Arriving in Oberlausitz I quickly go to toilet to reanimate my feet! Then I prepare myself mentally for going out into the almost-snowstorm. There are not many cars, and no people outside. It’s already after noon and I heard the rumour that the highway will be closed because of too much snow. Well, I go outside and take some pictures of the cars covered with snow, as I see a man sitting in a car, eating a sandwich. The numberplate I can’t read cause its covered with snow. I approach him and he openes the window a little bit. I ask if he could give me a lift towards western germany. He replies that normally he doesn’t take strangers. I smile, step back a meter, lift my arms and say that I don’t want to force him, knowing, that for sure he will take me. He askes if I carry any weapon. I think of my selfmade “pepperspray” and of the swiss army knife, but I say “no” and he gets out of the car for helping me with the backpack.

We start going towards Dresden. Already after some km, where the street goes up a hill, we see 3 trucks standing over the whole highway. Obviously they had started to slide on the snow and can’t get up the hill, can’t be moved neither. We stand in the snow, waiting for police to come. Finally some big trucks show up that pull the other trucks up the hill. We pass, but we can’t drive faster than 60km/h. I planned to get out before Frankfurt and to go down the A5 to Switzerland. But more and more I realize that we won’t make it to Frankfurt until 6 or 7pm. Franek, my driver, is going to Köln. I write to my friend from there if she could host me for a night. She gives me a Yes and I tell Franek that I will stay until Köln. We spend almost 7 or even 8 hours together, listening to bad radio music and discussing many interesting topics. At 8.30pm the droppes me in front of the house of my friend.
before Dresden

Wroclaw-Köln can normally be done in about 8 hours. Including my morning walk it took me 13,5 hours…

Stuttgart – Wroclaw PL

January 2nd, 2009

Am Montagmorgen stand ich um 6 Uhr frueh auf und war eine knappe Stunde spaeter am Stadtrand von Stuttgart an einer Tankstelle kurz vor der Autobahnauffahrt. Es war dunkel, eiskalt und nichts los an der Tankstelle. Ich stand mit Schild an der zweispurigen Strasse und liess die Autos an mir vorbeirasen. Wenn eines zur Tankstelle rausfuhr, sprach ich die Fahrer an. Aber alle fuhren nur in die naechste Ortschaft. Endlich, nach etwa 20 Minuten, hielt Salvadore aus Italien an um sich einen Kaffee zu kaufen. Er arbeitet als selbstaendiger Isolationsirgendwas um Geld zu verdienen, weil er nebenbei noch die Ausbildung zum Floristen macht!! Er liess mich an der Raststaette Wunnenstein raus, noch bevor die Sonne aufgegangen war.

Da auf dem Parkplatz nur zwei Reisecars standen und ihr Inhalt den Rastplatz bevoelkerte, stellte ich mich an der Auffahrt zur Autobahn hin, mit Schild. Alle 10 Minuten fuhr ein Auto vorbei. Ich war froh um meinen mp3-Player und joggte die naechste Stunde an der Stelle, um nicht einzufrieren. Die Sonne ging auf und stieg hoeher und hoeher, die Polizei kurvte herum und beaeugte mich, einige Schweizer Autos fuhren vorbei und in die falsche Richtung… bis ploetzlich ein Wohnmobil mit Schaffhauser Kennzeichen dastand!

Der Fahrer, ein Rentner aus der Schweiz, fuhr nach Berlin, hatte aber keine Ahnung ueber welche Autobahnen, da er dem GPS das Denken ueberlassen hatte. Ich stieg ein in der Gewissheit, dass das GPS ihn eigentlich genau ueber meine Strecke fahren lassen MUSS, sofern es ueber einen gesunden Menschenverstand verfuegt. Tatsaechlich konnte ich auch lange sitzen bleiben und seinen Geschichten von den zahlreichen Europareisen lauschen. Wir fuhren an allen Raststaetten vorbei, auf denen ich schon mehrmals gestanden bin, an Nuernberg vorbei und ein gutes Stueck die A9 hoch, wo ich dann bei der Raststaette Fraenkische Schweiz ausstieg und wir uns gutes Reisen wuenschten.

Der Parkplatz war voll voll voll, die meisten Autos ebenso. Ich entdeckte eines mit Wroclaw-Schild und trieb mich dort eine Viertelstunde herum in der Hoffnung, dass ein einsamer Fahrer mich bis zum Ziel mitnehmen wuerde. Doch es kamen 3 Leute dahergelaufen und quetschten sich so umstaendlich ins Auto, dass ich mich gar nicht mehr traute zu fragen… So begab ich mich zur Tankstelle hinueber und sprach alle an, die dastanden. Bereits der dritte fuhr ueber die A72 auf die A4, bis Chemnitz. Wieder ein Maurer, nicht sehr gespraechig aber sehr sehr nett.

Kurz vor Chemnitz stand ich wieder etwa eine halbe Stunde oder laenger. Ansprechen war muehsam, so wartete ich wieder an der Auffahrt auf Autos, die aber nur vereinzelt vorbeifuhren. Endlich nahm mich einer mit bis zur naechsten Raststaette, bis zu Dresdner Tor. Die Sonne war bereits am untergehen (vor 16 Uhr), ich war muede und mir war kalt.

An der Tankstelle von Dresdner Tor stieg ich aus, schulterte meinen Rucksack, sprach einen Fahrer an, einen zweiten, und hatte auch schon mein Auto nach Wroclaw! Zwei Nuernberger Landwirte, aber so richtig im dicken Mercedes und in Sklavenhaltermentalitaet: ‘Wir stellen nur polnische Arbeitskraefte ein… fuer 6 Euro die Stunde’… naja.. ich wusste die ganze Fahrt nicht was ich von ihnen halten sollte.. Die Fahrt ueber die Grenze und vor allem nach der Grenze dauerte eeeewig und wollte nicht enden. Aber ich sass hinten, hatte meine Ruhe, konnte ab und zu etwas ueber die Schweizer Wirtschaft (“Wieviel verdient denn ein Schweizer Handwerker durchschnittlich? Netto??” “Wie hoch ist eure Mehrwertsteuer?”) oder ueber die Schweizer Politik (“Welche Parteien sind bei euch links, welche rechts?”) erzaehlen und wurde dann auch netterweise bis halb in die Stadt reingefahren, an eine Tramhaltestelle, wo ich zum Glueck genug polnisches Kleingeld dabeihatte um in die Stadt fahren zu koennen.

Start in Stuttgart: 06.50
Ankunft in Wroclaw: 19.00

Schweiz – Stuttgart

January 2nd, 2009

Biel/Bienne, Samstag 27.12.2008
Ich wollte um 10 an der Strasse stehen um nach Stuttgart zu trampen. Es wurde 11, es wurde 12, und um 12 Uhr 30 stand ich dann endlich an der Hauptstrasse in Biel, die zur Autobahnauffahrt fuehrt. Eine halbe Minute spaeter sass ich bereits in einem ausgebauten VW Bus und wurde direkt an der Auffahrt ausgeladen. Ich stellte mich hin, Daumen raus, und das zweite Auto – mit Thurgauer Nummernschild – hielt an! Er, ein Fischer vom Bodensee, fuhr nach Schaffhausen und ich ging das Risiko ein, in Schaffhausen selbst auszusteigen statt an einer Tankstelle auf der Autobahn. Der Platz erwies sich als Reinfall am Rheinfall… alle Autos mit Schaffhauser Nummernschild, nur selten fuhr eines auf die Autobahn. Ich nutzte die Pause um etwas zu essen und probierte es 5 Minuten spaeter nochmal. Da hielt ein Auto mit Luzerner Kennzeichen an. Ein junger netter Maurer, und er besucht seine Freunde in Stuttgart! Biel-Stuttgart: 10 Minuten Wartezeit insgesamt!

Gotha-Biel, 4.8.

August 5th, 2008

Gotha – A4/A5: Geplatzte Reifen
Um 10 Uhr morgens stelle ich mich mitten im Wald, ausserhalb des Festivalgeländes, an die Landstrasse. Nachdem in 10 Minuten bloss 3 Autos vorbeifahren und mich nicht mitnehmen, fällt mir ein dass es besser wäre, mein A4-Schild wegzulegen. Ein Lift auf die Hauptstrasse würde auch reichen. Gesagt, getan, und das nächste Auto nimmt mich den einen Kilometer mit. An der Haupstrasse hält auch gleich das erste Auto, ein Opa fährt auf die A4. Zwar nur eine Ausfahrt weiter, aber glücklicherweise liegt kurz davor bereits die erste Raststätte. Die Ausfahrt ist von der Tankstelle bis auf die Autobahn derart begradigt und eingemauert, dass die Autos nur so an mir vorbeibrausen. Nebenan steht ein Lastwagen, bei dem der Fahrer die Räder kontrolliert und dauernd zu mir rüberschaut. Bald darauf sitze ich in der Kabine; der Fahrer hatte in der Nacht einen geplatzten Reifen und musste deshalb auf der Raste übernachten und Reifen wechseln..
Einige Kilometer vor dem Reiskirchener Dreieck, bereits auf der A5, gibt es plötzlich einen lauten Knall und im Seitenspiegel sehe ich nur schwarzen Rauch und irgendwelche Splitter rumfliegen – wieder der Reifen! Der Fahrer und ich fluchen, mit 10kmh schleichen wir auf den nächsten Parkplatz. Dort sitzt eine Schweizer Grossfamilie, die aber keinen Platz mehr für mich hat dafür umso besorgter um mich ist. Kurz darauf sitze ich im Auto eines Betagtenheim”controllers” oder so was, der nach Frankfurt fährt. Eine gute halbe Stunde stehen wir noch im Stau..

A5 – Allein trampende Mädchen
Auf der Raststätte Wetterau stille ich erstmal meinen Hunger. Eine gleichaltrige junge Frau sieht mein Gepäck und spricht mich an. Sie sei auch am trampen und schon “ewig” hier, bestimmt schon 2-3 Stunden. Sie trampt allein und muss in dieselbe Richtung wie ich. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie eine Frau, die alleine reist, so lange stehen bleiben kann. Nun gut, ich will ihr ja nicht die Fahrer wegnehmen (sie spricht Leute direkt an) und laufe deshalb zur Ausfahrt, ohne mich gross nach Kennzeichen umzuschauen. Da mein Weg mich aber direkt an ein Auto mit Berner Kennzeichen hinführt wäre es ja dumm, zu widerstehen, und tatsächlich: Der Fahrer fährt nach Bern und ja klar, ich kann mitfahren! Ich kann mein Glück kaum fassen und schaue mich nach der anderen um. Sie hat auch schon gesehen wie ich mein Gepäck einlade. Natürlich kann sie auch mitfahren.
In Karlsruhe fahren wir kurz runter um sie abzuladen, dann gehts flott weiter bis in die Schweiz. Irgendwo bei Freiburg werde ich von der Schweizer Grossfamilie überholt. Gerne würde ich sie auch wieder überholen und rüberwinken, aber mein Fahrer ist DAS Vorbild im Abstand halten, so dass ich wohl erst eine halbe Stunde nach den andern über die Grenze komme.

Schweiz – Bern vs. Biel
Kurz bevor die A5 nach Biel von der A1 (nach Bern) abgeht, lasse ich mich auf der Raststätte Deitingen aussetzen. Es ist inzwischen 19 Uhr und nicht viel los. Die wenigen Autos fahren alle nach Bern. Ich bin total müde.. Schon nach einer Viertelstunde beschliesse ich deshalb, nach Bern zu fahren. Ein Arzt nimmt mich mit bis zum Bahnhof, wo ich den Zug nach Biel nehme. CHF 7.40 für Gotha-Biel ist vertretbar.. (-: