Bond Girl
Heute hielt ein Aston Martin für mich an. Man kennt diese Autos auch aus den James Bond Filmen. Bern Neufeld bis kurz vor Biel. Ich muss zugeben, dass ich nicht eingestiegen wäre für diese Strecke, wenn es irgend ein klappriges Irgendwas-Auto gewesen wäre… Am Steuer sass eine Frau. Die als “Pilot” (sie benutzte selbst die männliche Form) arbeitet, gerade in Paris gelandet ist und jetzt 4 Tage frei hat. Ich fragte sie beim Aussteigen, was dies eigentlich für ein Auto sei?? Sie sagte “Aston Martin. Eines der besten Autos, die man haben kann.”
In Lyss war die Autobahnauffahrt tatsächlich verwaist… aber nach 10 Minuten brachte mich doch noch ein netter Rentner nach Biel.
Die arrogante Ahnungslosigkeit eines Passanten
Heute stand ich wieder an der Strasse, an “meiner” Top-Stelle, und hielt meinen Daumen raus. Nach 5 Minuten lief ein Passant zu mir und sagte: “Kleiner Tipp: Stell dich dort vorne bei der Tankstelle hin. Hier hält niemand an.” und lief weiter, ohne mir die geringste Chance einer Reaktion zu geben. Das nervte mich ungemein und ich rief hinterher: “Danke! Aber hier bin ich schon TAUSENDMAL weggekommen”. Kaum hatte ich begonnen mich zu nerven, musste ich schon wieder aufhören, denn neben mir hielt ein weisser Porsche Cayenne. Und brachte mich nach Bern.
Filed under Bern-Biel-Bern, Gründe, Schweiz, Tolles Auto | Comment (0)Biel/Bienne CH – Speyer D
Ca. 360km, 18./19.April 10.
Es war ca. 10.30 Uhr, ich wollte wie üblich mit dem Bus zur Autobahnauffahrt fahren, aber der fuhr nur werktags. So änderte ich meine Pläne und lief zur Autobahn Richtung Bern. Das erste Auto nahm mich mit! Wir sprachen über Dampflokomotiven.. auf der A1, der Raststätte Grauholz, stieg ich aus und benutzte zum ersten Mal die Brücke, um auf die andere Seite der Raststätte zu kommen. Es hatte kaum Autos. Endlich hielt eines an mit zwei Männern darin. Hmm, zwei Männer.. Dann sprachen die auch weder deutsch noch franz noch englisch und sagten nur “Basel”. Ich lehnte dankend ab und wartete weiter. Dann kam er: Der Porsche GT-3 (man muss dazu sagen, dass ich keine Ahnung hatte und dachte es sei ein Ferrari, weil im Logo ein Pferd zu sehen ist)! Der Fahrer sagte, er fahre nicht nach Basel (weil ich mit “Basel”-Schild war) sondern nach Deutschland. Wir murksten meinen Rucksack ins Auto (mit vereinten Kräften und viel Gewalt ging es) und fuhren los. Irgendeinmal stellten wir fest, dass er direkt an Speyer vorbeifährt – meinem Ziel! Wow.. das sind exakt 337km. Der Fahrer war der liebste der Welt und wir führten interessante Gespräche. Er wird am 24-Stunden-Rennen teilnehmen und fuhr gerade dorthin zum trainieren. Er fuhr wirklich professionell. Sein Porsche-Modell war ohne Komfortzeugs gebaut, und so fühlte sich das Fahren an als ob man auf Rollschuhen wäre.. man spürt echt alles, jeden Kieselstein. Somit waren die 250km/h, die wir zeitweise fuhren, sehr aufregend. Unterwegs lud er mich zum Mittagessen mit anschliessendem Espresso ein (er ist Italiener). Dann fuhr er mich direkt vor die Konferenzhalle. Zum guten Glück hatte die Nachmittagssession bereits begonnen, so waren nicht allzuviele Leute draussen.. denn schon die wenigen die da waren umringten uns staunend
Als er wieder losfuhr, hörten es meine Freunde drinnen.
Rückweg:
Um 16.30 Uhr lief ich vom Konferenzort in Richtung Autobahn. Eine schnurgerade Zufahrtsstrasse und null Möglichkeiten für Autos, anzuhalten.. Irgendwann stellte ich mich einfach mitten in einen Kreisel, sozusagen, mit A5-Schild. Bis zur A5 waren aber noch die B9, A61 und ein Stück A6 zu bewältigen. Aber wie das so ist, stoppte irgendwann (nach 20 Minuten oder so) ein sehr netter Mann. Er brachte mich auf eine Raststätte auf der A6, “am Hockenheimring”. Dort wartete ich, liedererfindend und singend, etwa 30 Minuten. Es war sehr unterhaltsam. Dann hielt ein Lastwagen, der in die Schweiz fuhr. Da aber schon etwa 18 Uhr war und ich mich noch gut an meine Lastwagentour mit Ernestyna erinnerte, stieg ich auf der ersten Raststätte auf der A5 aus. Das war eine sehr weise Entscheidung. Weiter gings mit einem deutsch-vietnamesischen Paar, das nach Freiburg i.Br. fuhr. Ich nickte dauernd ein und konnte nichts dagegen tun.. glücklicherweise wachte ich kurz vor der letzten Raststätte vor Freiburg auf und konnte aussteigen. Die Raststätte war sehr klein und sehr leer… Nach 30 Minuten hielt ein Aargauer an und brachte mich in die Schweiz auf die Raststätte Pratteln. Dort stand an der Tankstelle ein roter Ferrari. Ich steuerte schon lächelnd darauf zu aber fragte dann doch zuerst einen anderen jungen Mann, und der nahm mich auch prompt mit bis Bern. Da es dort schon dunkel war nahm ich den Zug nach Hause..
Filed under Bern-Biel-Bern, Deutschland, Schweiz, Tolles Auto | Comment (0)Biel-Bern-Emmental, 28.2./1.3.2010
Sonntag um 17.30 Uhr: Nach einem Tag, an dem sich alle 5 Minuten Sturm, Sonnenschein&blauer Himmel, Regen und irgendein Mix von alledem die Klinke in die Hand gegeben hatten, stehe ich am Strassenrand mit bereits ziemlich “gut benutztem” BERN-Schild. Hinter mir spannt sich ein riesen Regenbogen über den Himmel. Die untergehende Sonne lacht lustigförmige weisse Wolken an. Alles ist gut. 17.55 Uhr: Noch immer stehe ich an derselben Stelle!!! Mann!! Dann halten zwei junge Floristinnen an und fahren mich nach Schönbühl. Sie sind mir auf Anhieb sympatisch; die eine zeigt auf ihre deutlich von der Arbeit gezeichnete Jeans und sagt, sie habe sie erst vergangenen Mittwoch gekauft.
In Schönbühl: Dunkle, riesige Wolkenmassen vermengen sich über mir zu einem unheimlichen Gebilde. Ein kalter Wind bläst mir Regen ins Gesicht. Zum Glück fährt mich “schon” nach 10 Minuten ein netter Autohändler ins Wankdorf.
Wie anders am Montag, 13 Uhr: Ich stehe an derselben Stelle. Sonniges, freundliches Frühlingswetter. Blumen überall. Autos fahren vorbei, eins ums andere. Plötzlich höre ich hinter mir von der Tankstelle her eine Frau “Schönbühl, Schönbühl” rufen. Nach einigen Sekunden in denen ich mich frage, ob sie irre geworden ist, realisiere ich endlich, dass sie dies mir zuruft! Ich sprinte zu ihr und wir fahren los. Ich liebe Schönbühl. Nur einmal habe ich dort länger als 5 Minuten gewartet. Gestern: 10. Sie stammt aus Dresden (leider nicht Grimma) und fragt, ob ich aus Köln sei. Nettes Kompliment! In Schönbühl springe ich an einer roten Ampel aus und schnell über die Strasse. Schon nach etwa 2, 3 Minuten hält ein Auto mit einem unendlich langen Anhänger an. Lang wie ein Sattelschlepper. Er transportiert lange (logisch) Metallstangen. Im Neufeld fährt er extra für mich von der Autobahn und will extra für mich noch ins Quartier reinfahren. Leider hört er nicht auf meine Richtungsangaben (die sich decken mit den Angaben auf den Wegweisern), sondern fährt bestimmt den Hügel runter in Richtung Aarberg. Nun probier mal, mit so einem Ungetüm von Anhänger auf einer einfachen Landstrasse eine Gelegenheit zum Wenden zu finden! Zum Glück ergibt sich bald eine Gelegenheit über einen kleinen Feldweg (eine “Ansammlung von Schlaglöchern” wäre treffender).
Zwei Stunden später stehe ich schon wieder an der Auffahrt Neufeld, die leider seit dem Tunnelbau ziemlich verwaist ist. Nichtsdestotrotz hält nach etwa 20 Minuten ein Auto mit AG-Kennzeichen. Ein Typ mit Millimeterschnitt, der eigentlich in die Nähe von Zürich fährt, will extra für mich in Kirchberg rausfahren. Und von dort fährt er mich sogar im beginnenden Feierabendverkehr nach Burgdorf hinein. Ein Umweg von sicher 15, 20 Minuten für ihn! Und nun ratet mal, was er von Beruf ist. Berufssoldat!!!!! Ai!! Ich musste ja schön auf den Mund hocken während der ganzen Fahrt. Früher hatte ich sogar jeweils GSoA (Gruppe Schweiz ohne Armee)-Kleber auf meinen Taschen gehabt… Wieder mal schön zu merken, dass sogar meine Vorurteile nicht immer zutreffen… hahaha… Ich laufe zum andern Ende der Stadt und will eigentlich in der Beiz, in der vor einiger Zeit Smith Wigglesworth mal war, einen Kaffee trinken gehen, doch die ist geschlossen. Also wieder Autostop. Nach einigen Minuten rät mir eine Passantin, den Bus zu nehmen. Ich bedanke mich freundlich für ihren Tipp. Kaum ist sie weg, hält auch schon ein Auto für mich. Ja, wir befinden uns nun im Emmental: Sie ist eine Freundin der Mitbewohnerin meiner Schwester, und so fährt sie mich natürlich direkt vor die Haustür!
Filed under Bern-Biel-Bern, Ländlich, Schweiz, Uncategorized | Tags: Kalt | Comment (0)Biel-Bern
Nicht viel Neues in der letzten Zeit, aber immer noch mindestens einmal die Woche Biel-Bern. Einige Highlights:
_Sonntagnachmittag, ich stehe an einer Bushaltestelle an einer Strasse, die aus der Stadt raus zur Autobahn führt. Nach etwa 10 Minuten und wenig Verkehr hält ein Cabriolet!! Leider fährt der Fahrer nur bis Lyss, also das nächste Dorf. Ich frage, ob ich bis zur Autobahnauffahrt mitkommen kann, das sind nur etwa 1km Fahrt, und steige ein. Als wir losfahren, erzählt der Fahrer, dass er eigentlich nur das Auto ausprobieren will und sich noch nicht auf die Autobahn getraut, er würde über die Landstrasse nach Lyss fahren oder noch weiter. Ich will zuerst grad wieder aussteigen und zur Autobahn laufen, aber dann bietet er mir an, mich auf der Landstrasse nach Münchenbuchsee zu fahren – das wäre die zweitletzte Auffahrt vor Bern, und dort bin ich bis jetzt immer innert Sekunden weggekommen. Ich bin einverstanden, auch wenn die Fahrt über die Hauptstrassen einiges länger dauert. Erstens habe ich genug Zeit, zweitens war es schon lange ein Traum von mir, in einem Cabriolet zu fahren beim Autostop.. Als wir uns der Auffahrt Münchenbuchsee nähern sage ich ihm, er solle “weiter vorne rechts bei der Tankstelle” anhalten, dort könne ich gut aussteigen. Er aber biegt an der nächsten Möglichkeit rechts AB und fährt damit direkt auf die Autobahn..! Ich entschuldige mich natürlich, aber gleichzeitig denke ich, dass er wohl etwas schwer von Begriff sein muss, um versehentlich auf die Autobahn zu fahren. Es ist alles sehr deutlich ausgeschildert.. Naja, jedenfalls hält er sofort auf dem Pannenstreifen an um das Dach hochzuklappen, und fährt mich dann nach Bern. Auch gut
_Mit einer Freundin stehe ich am frühen Mittwochabend an der Auffahrt zur Autobahn in Nidau. Feierabendverkehr, viel los, und schon nach wenigen Minuten bedeutet uns ein Fahrer, wir sollen nach vorne zur Tankstelle kommen. Prompt werden wir noch von Zugbarriere und Zug aufgehalten, aber als wir zwei Minuten später an der Tankstelle sind, wartet er noch dort. Er fahre nach Bern, sagt er, und wir steigen ein. Kurz vor Münchenbuchsee fragt er, ob wir gestresst seien? Nein, antworten wir, nicht wirklich, warum? Er würde gerne noch etwas auf der Arbeit abholen, nur ganz schnell. Klar doch. Also fahren wir von der Autobahn runter und zu seinem Restaurant. Dann weiter in Richtung Bern, aber aufgrund der Staugefahr um diese Uhrzeit auf der Hauptstrasse. Unser Fahrer kommt ursprünglich aus Togo, und wir führen interessante Gespräche über Kolonialismus, die Schweiz, das Leben allgemein. Als wir endlich in Bern ankommen, fährt er uns vor die Haustür unserer Freunde. Wir verabschieden uns, er gibt uns die Hand und sagt “Ich bin Salomo”. Als ich daraufhin erwidere, ich heisse Salome, ist die Überraschung perfekt!
Filed under Bern-Biel-Bern | Comment (1)Ausflug ins Graubünden
HINWEG: Biel/Bienne-Bern-Zürich-Landquart-Zernez, 333km.
Gemäss Routenplaner brauche ich für die Strecke 4h20min reine Fahrzeit. Ich starte in Biel um 10 Uhr Vormittags. Mit zwei Lifts komme ich nach Bern. (Normalerweise ist Biel-Bern super easy und mit einem Auto schnell zu schaffen). Dort besuche ich noch jemanden, und um 12.30 Uhr stehe ich endlich an der Auffahrt Bern-Ostring.
Zehn Minuten Wartezeit, dann hält Beat an, ein tätowierter Motorradfahrer, der eigentlich in Kalifornien und Hawaii lebt, aber sich zur Zeit um seine Eltern in der Schweiz kümmert. Super Typ. Er fährt nach Basel, also steige ich auf meiner Stamm-Raststätte Deitingen aus. Dort stehe ich mit “Zürich”-Schild, obwohl ich kurz vor Zürich über die neu eröffnete Westumfahrung in Richtung Chur muss. Nach wenigen Minuten hält ein junger Mann. “Wohin fahren Sie?” – “Zürich” – OK, ich steige ein und während wir losfahren sage ich, dass ich zwei Tankstellen weiter schon wieder aussteigen werde, ich müsse nämlich auf die Westumfahrung. Er auch!, sagt er, denn er fahre ins Glarnerland. Perfekt – das ist auf halbem Weg zwischen Zürich und Chur. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass ich ihn wärhend der nächsten drei Wochen im Fernsehen sehen kann. Er macht beim Projekt Alpenfestung mit. Nach einer äusserst kurzweiligen Fahrt bringt er mich auf die Raststätte Glarnerland.
Es ist wenig los.. kaum Autos, und die Tankstelle ist verwaist… Nach einer kurzen Verpflegungspause stelle ich mich bei der Einfahrt hin. Zehn Minuten lang passiert nichts. Dann nähert sich ein LKW und hält an. Er fährt ins Tessin und versichert mir, dass er mich in Landquart absetzen werde (“Kein Ding”). Ein netter Fahrer aus Berlin, der jede Woche in die Schweiz fährt, mit Campingartikeln. Seine Klimaanlage ist auf gefühlte minus 10 Grad eingestellt, aber sobald er merkt, dass ich friere, stellt er sie ab. In Landquart fährt er von der Autobahn runter, blockiert einen gesamten Kreisverkehr, damit ich aussteigen kann, und fährt weiter.
Die Gegend um die Autobahnauffahrt Landquart ist schwierig zum Trampen. Es gibt nur eine Schnellstrasse, die ins Tal hinaufführt in Richtung Klosters/Davos, und keine Haltemöglichkeiten ausser eine kleine Strasse, die von der Schnellstrasse wegführt. Dort versuche ich mein Glück. Tatsächlich hält auch schon nach zehn Minuten einer. Er fährt nach Davos und bringt mich netterweise bis Klosters. Nach einem Blick auf die Uhr (beinahe 17 Uhr) beschliesse ich, den Zug zu nehmen. Die Autozüge fahren nur zweimal pro Stunde, und ich weiss nicht mal, wo die Verladerampe ist.
RÜCKWEG: Zernez-Flüelapass-Landquart-Zürich-Biel/Bienne: ca. 300km.
Zuerst muss ich anderthalb Stunden von einer Alp runterlaufen. Endlich in Zernez angekommen, laufe ich durchs Dorf, und nach einigen Kurven halte ich mein “Flüelapass”-Schild raus. Es ist ca. 15 Uhr. Das zweite Auto hält an. Es ist ein Abschleppdienst – er muss auf den Flüelapass (2’383müM) und dort einen Holländer abschleppen. Oben auf dem Pass ist es kalt.. Es liegen noch Schneereste da.. Es gibt ein kleines Gasthaus und einen Parkplatz mit vereinzelten Autos und vielen Motorrädern. Lange stehe ich an der Strasse und strecke den Touristen mein “Landquart”-Schild und meinen Daumen entgegen, aber keiner hält, nicht mal die Einheimischen. Ein Rentnerpaar fotografiert das Gasthaus, den See, den Schnee, die Wiesen, die Felsen. Als sie an mir vorbeilaufen, fragt mich der Mann, wo Landquart liege. Es stellt sich heraus, dass sie nach Davos fahren, und sie sind auch so nett, mich bis dahin mitzunehmen. Ein Ehepaar aus Grimma (zwischen Leipzig und Dresden). Das ist schon das dritte Mal, dass mich jemand aus Grimma mitnimmt!
In Davos stehe ich nur eine Minute an der Hauptstrasse. Dann bringt mich ein Elektromonteur nach Landquart. Nun bin ich wieder in diesem Kreisverkehr an der Autobahnauffahrt. Es ist beinahe unmöglich, dort zu trampen. Die Strasse ist nicht breiter als eine Autobreite, es herrscht viel Verkehr, alle rasen von der Schnellstrasse durch den Kreisel auf die Autobahn. Ausserdem beginnt es gerade zu regnen. Aber wie es so ist mit doofen Stellen – es gibt immer auch Leute, die gerade deshalb, aus Mitleid, anhalten. So auch der Kosovare, der nach Zürich fährt. Wunderbar. Nach wenigen Kilometern geraden wir in einen Stau und bleiben dort auch eine Weile…. Nach einer Ewigkeit nähern wir uns endlich Zürich, und er ist so superlieb, dass er sogar etwa 10km zu weit fährt, um mich auf die Raststätte Würenlos auf der A1 zu bringen.
Dort warte ich ca. 5 Minuten an der Auffahrt. Dann hält ein langhaariger Typ, der mit seinem Sohn unterwegs an den Neuenburgersee ist. Sie sind beide äusserst kommunikativ und laden mich ein, sie am See zu besuchen. Ich könnte sogar jetzt gerade mit ihnen mitfahren, und sie würden mich dann mit ihrem Boot vom Neuenburgersee via Kanal in den Bielersee und bis nach Biel fahren!! Ich bin überzeugt, dass sie das wirklich getan hätten, und hab mir das auch überlegt (wäre doch hammer, ein Boot getrampt zu haben!). Aber erstens würde ich erst gegen Mitternacht ankommen, zweitens regnet es, und drittens und am wichtigsten: Immer mehr machen sie ausländerfeindliche Bemerkungen. Das halte ich nicht lange aus. Nach kurzer und intensiver Diskussion über “Ausländerkriminalität” kommt die Raststätte Deitingen – there we are again.
Die Raststätte Deitingen in Richtung Bern/Biel ist immer so eine Sache… 90% der Autos fahren nach Bern, ich muss aber vorher abbiegen nach Biel. Manchmal hab ich Glück, meistens dauert es etwas länger. So auch heute. Dann aber passiert das abgefahrenste Erlebnis, das ich je hatte in meiner Trampkarriere:
Ich stehe bei der Auffahrt zur Autobahn mit “Biel”-Schild. Einige Meter neben mir liegt die Autobahn, hunderte Autos rasen vorbei. Plötzlich bremst eines davon abrupt ab und hält nach der Raststätte auf dem Pannenstreifen an. Dann fährt es rückwärts auf die Raststätte zu. Zur gleichen Zeit fährt aber ein LKW von der Raststätte auf die Autobahn, so dass das Auto wieder einige Meter nach vorne fahren muss. Die Autobahn ist zu dieser Zeit wirklich sehr befahren, beide Spuren sind voll mit Autos, die alle mind. 120km/h fahren! Schliesslich hat es das Auto geschafft und steht auf der Raststätte und neben mir. Der Fahrer winkt mir, ich solle einsteigen! Er und seine Freundin fahren nach Biel – an eine Strasse, die nur 100m neben meinem Haus liegt!! Um 20 Uhr bin ich zuhause.
Filed under Ausflug, Bern-Biel-Bern, Ländlich, Schweiz | Tags: A1, A3, Bergpass, Bern, Deitingen, Fahrer fährt auf Autobahn rückwärts für mich, Kalt, LKW, netter Fahrer, Ostring, Westumfahrung, Zürich | Comment (0)Biel-Bern, mühsam
Von Biel nach Bern zu trampen ist meistens wie mal eben kurz zum Briefkasten laufen: Unkompliziert, routiniert, schnell. Es gibt Ausnahmen, insbesondere dann, wenn man es eilig hat. So zum Beispiel gestern. E. und ich stehen an der Auffahrt Nidau. Perfekter Platz, perfektes Wetter, Sonntagabend um 18 Uhr, zwei junge, nett lächelnde Frauen mit wunderschön gemaltem BERN-Schild.
Eine gute halbe Stunde später hält endlich einer… E. steigt hinten ein, ich vorne. Am Steuer ein 26-Jähriger, der zuerst angibt, nach Bern zu fahren. Als wir losfahren sagt er, dass er eigentlich nach Kirchberg müsse – das würde bedeuten, 10km vor Bern auf eine andere Autobahn in die andere Richtung zu fahren – aber er könne uns ja schnell nach Bern fahren. Nett, denken wir. Dann fängt er damit an, dass er ja eigentlich eine Freundin suche. Und dass wir mit ihm in Bern einen Kaffee trinken müssten, da er uns ja extra hinfährt. Wir antworten, wir hätten keine Zeit, und erwähnen auch immer wieder deutlich, dass wir unterwegs zur Kirche seien (ist normalerweise abschreckend). Als wir uns der Ausfahrt Schönbühl nähern, sagt er: “Na gut, dann kommt ihr halt mit in meine Wohnung in Schönbühl”. Hallo??? Sagten wir nicht gerade, dass wir keine Zeit haben? Er nervt, aber wir müssen echt nach Bern. Er ist die ganze Strecke immer schön links gefahren, jetzt, kurz vor der Abfahrt, ist er rechts. Ich sage bestimmt: “Wir wollen jetzt nach Bern”, E. bekräftigt das, und uff! – er fährt weiter geradeaus. In Bern lässt er uns an der Ausfahrt Wankdorf raus und fährt zurück.
Filed under Bern-Biel-Bern, Hitchhike Queens, Schweiz | Tags: Bern, doofer Fahrer, Fehler | Comment (0)Kleine Anekdote
An einem Montagabend vor einigen Wochen, 17 Uhr, stehe ich an der Bushaltestelle an einer Strasse, die aus Biel raus und auf die Autobahn nach Bern führt. Feierabendverkehr, und nach wenigen Minuten blinkt auch schon ein Minibus einer Isolationsfirma, “Thermo-irgendwas”. Am Steuer ein müde aussehender Mann, er fährt nach Lyss. Obwohl das nur ein paar Kilometer sind, beschliesse ich, mitzufahren. Als wir fahren, fragt er, wo ich hinwill. Ich will ins Emmental, das heisst ich muss noch vor Bern auf eine andere Autobahn wechseln. Er sagt, wenn er Zeit hätte, würde er mich hinfahren, aber er habe noch einen Termin um 18 Uhr. Ich bedanke mich für den guten Willen. Als wir uns der Ausfahrt Lyss nähern, murmelt er etwas von “das reicht schon noch” und fährt vorbei. Wenn sich beim Autobahnwechsel abzeichnen sollte, dass es Stau gibt, dann würde er mich in Schönbühl absetzen, meint er. Ich bin noch so einverstanden, Schönbühl ist super! Dort angekommen, es ist inzwischen 17.30 Uhr, sieht man nicht bis zur Autobahn A1, also wechselt er rüber und tatsächlich: Stau! Er flucht leise, ich fühle mich halb schuldig, bin aber natürlich trotzdem froh, direkt mit einem Fahrer bis zur Ausfahrt Burgdorf fahren zu können. Um 17.45 sind wir dort, es wird ihm niemals pünktlich zurückreichen… ich bedanke mich tausendmal. Dann stehe ich fast eine Viertelstunde auf quasi freiem Feld, bis ich endlich mitgenommen werde. Burgdorf – Hasle-Rüegsau, und dort werde ich auch schon abgeholt.
Eine Woche später, wieder Montagabend kurz nach 17 Uhr, wieder dieselbe Stelle. Ich muss nach Bern, diesmal. Man ahnt schon, wie es kommt… plötzlich biegt ein weisser Minibus auf die Haltestelle… Mein Fahrer! Wieder müsste er nach Lyss, doch diesmal hat er keinen Termin mehr, und ja, er fährt mich bis nach Bern in die Stadt rein!
Filed under Bern-Biel-Bern, Ländlich, Schweiz | Tags: Feierabendvorteil, netter Fahrer, Wiederholung | Comment (0)Ernüchterung jetzt und Glück das nächste Mal
Biel-Bern: Meistens keine grosse Sache, wie trampen überhaupt für mich.. -> Solche Erfahrungen und so eine Haltung führt zu Übermut, und Übermut muss wohl ab und zu in die Grube fallen… So stand ich heute bei 2° und leichtem Regen beinahe eine halbe Stunde an der BP-tankstelle in Biel-Nidau. Kurz bevor ich den Zug nehmen wollte, hielt ein Auto an, das nach Lyss fuhr. Mein Tramperstolz liess mich einsteigen, und als der Fahrer mir anbot, mich in Lyss an den Bahnhof zu fahren, war es auch mein Tramperstolz der mich sagen liess “ach nein, ich probiers hier an der Auffahrt!”.
Und wenn ich nicht nach einer halben Stunde aufgegeben hätte, würde ich wahrscheinlich noch jetzt an dieser äusserst schlechten Stelle stehen… Schlussendlich lief ich durch den Wald auf die andere Seite, wollte wenigstens wieder gratis nach Biel zurückfahren. Aber auch das sollte anscheinend nicht sein. So wanderte ich weiter nach Lyss, zum Bahnhof, wo immerhin gerade ein Zug fuhr.
Lieber kein Glück bei Biel-Bern als bei Biel-Wroclaw nächste Woche!! ….
Und: Immerhin konnte ich endlich mal zwei, drei Fotos machen.. meistens fehlt mir ja die Zeit dazu weil ich sofort mitgenommen werde……….
sich bei Auffahrten rumtreiben
Filed under Bern-Biel-Bern, Gründe, Kurztrip, Ländlich, Schweiz | Comment (1)Wenn sich die Fahrerinnen und Fahrer um mich reissen…
Biel-Wichtrach, Montagnachmittag
Um 16 Uhr laufe ich der Bernstrasse entlang auf die letzte Tankstelle vor der Autobahneinfahrt zu. Einen Meter nachdem die Hecke, die einem dort von der Strasse trennt, fertig ist, halte ich aufs Geratewohl meinen Daumen raus. Etwa acht Autos fahren vorbei, halten aber schon 50m weiter vorne an einer roten Ampel an. Plötzlich Pfiffe. Ein Kleinbus voller Jungs hat die Türen geöffnet, zwei der Jungs sind ausgestiegen und winken mir, ich solle einsteigen. Ich renne auf den Bus zu, obwohl die Vorstellung, mit einem halben Dutzend Halbwüchsiger, die alle belustigt am Fenster kleben als wären sie im Zoo und ich das Exotentier, mit so einem halben Dutzend also nach Bern zu fahren, nicht besonders Spass macht. Da läuft weiter vorne die Fahrerin des zweitvordersten Autos mir entgegen und ruft: “Ich fahre aber nur bis Schönbühl”. Diese Frau, die ja alleine im Auto sass, ist tatsächlich an der roten Ampel ausgestiegen, um die Autos rumgelaufen und mir entgegen, um mich aufzuladen! Schnell springe ich rein und die Ampel ist schon auf grün. Ich bin überwältigt. Bis Schönbühl haben wir sehr sehr interessante und tiefschürfende Gespräche. Sie wäre bei der Geburt ihrer Zwillinge beinahe (mitsamt ihren Zwillingen) gestorben und erzählt mir, wie zu dieser Zeit auf der Intensivstation Gott zu ihr gesprochen habe. Die Frau ist so toll, dass sie auch mir Fragen stellt und mich erzählen lässt. Oftmals wollen viele Fahrerinnen und Fahrer nur reden, wenn sie schon mal jemanden zum zuhören haben.. Was ja auch gut sein kann.
In Schönbühl steige ich – wieder an einer roten Ampel – aus und stelle mich auf der anderen Strassenseite mit “Thun”-Schild hin. Ich versuche es mal so. Sollte es nicht klappen (wer fährt schon von Schönbühl nach Thun….) kann ich immer noch nach Bern fahren und von Bern wieder raus. Es ist bereits am eindunkeln aber hat auch schon viel Feierabendverkehr. Schon nach 5 Minuten hält ein kleines Auto an. Ein junger Mann – und er fährt nach Thun! Ich springe rein und bin schon wieder bei jemandem ganz interessantem gelandet! Er arbeitet 60% als Lehrer und macht daneben noch diverse andere Kleinjobs, unter anderem Velofahren mit Touristen auf einem 17m langen Gruppenfahrrad. Er ist total positiv und als ich ihm irgendwas erzähle, wirft er begeistert seine Arme in die Luft und schüttelt mir die Hand um mir zu irgendwas zu gratulieren. Und obwohl er schon zu spät dran ist, fährt er extra für mich an meiner Ausfahrt (Kiesen) runter und weiter bis zu einer Stelle wo ich gut stehen kann, wo die Schnellstrasse aufhört.
Inzwischen ist es schon fast dunkel. Ich stehe irgendwo auf freiem Feld vor irgendeiner kleinen Ortschaft. Mein Ort, Wichtrach, muss eines der nächsten Dörfer sein. Viele, viele, viele Autos fahren vorbei. Bis eines mit HH-Schild anhält: ein Hamburger und seine Freundin! Sie nehmen mich mit, aber müssen schon nach 500m rechts abbiegen für ins Emmental rein.. 98% der Autos tun dasselbe, und mir wird auch klar warum mich vorher niemand aufgegabelt hat. Kaum bin ich ausgestiegen hält auch schon wieder ein Auto und fährt mich bis vor die Tür von da, wo ich hinwill. Es brauchte mich ziemlich genau eine Stunde. Gemäss Routenplaner bräuchte man für die Strecke gut 45 Minuten. Hurra!
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