Short hitchhiking trip in California

February 8th, 2010

“Hitchhiking in California????? Forget it!! Don’t even think about it!! Yes, there used to be a lot of hitchhikers.. but nowadays there are so many weirdos!” – I can’t remember how many people – Californians and others – gave me answers like this.. But as I was there without a car and as it is difficult or sometimes not even possible to use public transportation, hitchhiking seemed to be an option for me. Why should there be so many more “weirdos” on the streets of California than we have here in Europe?

But as it really seems to be a strange thing to do, my cousin decided to drive 5 hours up north just to pick us up before we could even stick a thumb out towards any street…

Anyway, one sunny monday we woke up and decided to go to Whiskeytown lake, that is located quite close to the city, it’s about a 15min ride. We walked over to the street that is leading out of town and to Whiskeytown lake, and stretched our thumbs out next to a gas station. Soon, a woman, probably working at the gas station, walked over to us and told us it was not a good idea to stand here. If we walked out of town we would have way better chances, she said. Well yes, she was right, but walking out of town would take us about one hour! So this lady asked every single car driver that was at the gas station. And she waved us over and told us to sit in this car; they would bring us to the end of the city. Great! We jumped on the back seat and a small dog jumped on us, trying to lick our faces like crazy. We couldn’t really get rid of it. But we found out that our driver didn’t have to go in this direction at all!! He only did it for us! How sweet! Now, at the city border, cars drove fast fast fast… But already after some seconds one car pulled over. Again, as we had climbed in, there was a small crazy dog trying to lick our faces. The driver didn’t really have to go to the lake, but of course he drove us up there, and he even went further to bring us to a nice empty beach!!

After being at the beach in our tanktops on the 4th of January (hehe) we decided to try to hitchhike back. There weren’t many cars.. actually I thought there was maybe one car every 15minutes or so.. As soon as we decided that we want to go back, two women showed up at the beach. We started chatting a little bit, some smalltalk, and guess what: They were just about to go back to Redding, and of course they would take us with them!

Easy as it can be!

Maybe next time I’ll have the chance to try to get to San Fran by hitchhiking!

Ausflug ins Graubünden

July 26th, 2009

HINWEG: Biel/Bienne-Bern-Zürich-Landquart-Zernez, 333km.

Gemäss Routenplaner brauche ich für die Strecke 4h20min reine Fahrzeit. Ich starte in Biel um 10 Uhr Vormittags. Mit zwei Lifts komme ich nach Bern. (Normalerweise ist Biel-Bern super easy und mit einem Auto schnell zu schaffen). Dort besuche ich noch jemanden, und um 12.30 Uhr stehe ich endlich an der Auffahrt Bern-Ostring.

Zehn Minuten Wartezeit, dann hält Beat an, ein tätowierter Motorradfahrer, der eigentlich in Kalifornien und Hawaii lebt, aber sich zur Zeit um seine Eltern in der Schweiz kümmert. Super Typ. Er fährt nach Basel, also steige ich auf meiner Stamm-Raststätte Deitingen aus. Dort stehe ich mit “Zürich”-Schild, obwohl ich kurz vor Zürich über die neu eröffnete Westumfahrung in Richtung Chur muss. Nach wenigen Minuten hält ein junger Mann. “Wohin fahren Sie?” – “Zürich” – OK, ich steige ein und während wir losfahren sage ich, dass ich zwei Tankstellen weiter schon wieder aussteigen werde, ich müsse nämlich auf die Westumfahrung. Er auch!, sagt er, denn er fahre ins Glarnerland. Perfekt – das ist auf halbem Weg zwischen Zürich und Chur. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass ich ihn wärhend der nächsten drei Wochen im Fernsehen sehen kann. Er macht beim Projekt Alpenfestung mit. Nach einer äusserst kurzweiligen Fahrt bringt er mich auf die Raststätte Glarnerland.

Es ist wenig los.. kaum Autos, und die Tankstelle ist verwaist… Nach einer kurzen Verpflegungspause stelle ich mich bei der Einfahrt hin. Zehn Minuten lang passiert nichts. Dann nähert sich ein LKW und hält an. Er fährt ins Tessin und versichert mir, dass er mich in Landquart absetzen werde (“Kein Ding”). Ein netter Fahrer aus Berlin, der jede Woche in die Schweiz fährt, mit Campingartikeln. Seine Klimaanlage ist auf gefühlte minus 10 Grad eingestellt, aber sobald er merkt, dass ich friere, stellt er sie ab. In Landquart fährt er von der Autobahn runter, blockiert einen gesamten Kreisverkehr, damit ich aussteigen kann, und fährt weiter.

Die Gegend um die Autobahnauffahrt Landquart ist schwierig zum Trampen. Es gibt nur eine Schnellstrasse, die ins Tal hinaufführt in Richtung Klosters/Davos, und keine Haltemöglichkeiten ausser eine kleine Strasse, die von der Schnellstrasse wegführt. Dort versuche ich mein Glück. Tatsächlich hält auch schon nach zehn Minuten einer. Er fährt nach Davos und bringt mich netterweise bis Klosters. Nach einem Blick auf die Uhr (beinahe 17 Uhr) beschliesse ich, den Zug zu nehmen. Die Autozüge fahren nur zweimal pro Stunde, und ich weiss nicht mal, wo die Verladerampe ist.

RÜCKWEG: Zernez-Flüelapass-Landquart-Zürich-Biel/Bienne: ca. 300km.

Zuerst muss ich anderthalb Stunden von einer Alp runterlaufen. Endlich in Zernez angekommen, laufe ich durchs Dorf, und nach einigen Kurven halte ich mein “Flüelapass”-Schild raus. Es ist ca. 15 Uhr. Das zweite Auto hält an. Es ist ein Abschleppdienst – er muss auf den Flüelapass (2’383müM) und dort einen Holländer abschleppen. Oben auf dem Pass ist es kalt.. Es liegen noch Schneereste da.. Es gibt ein kleines Gasthaus und einen Parkplatz mit vereinzelten Autos und vielen Motorrädern. Lange stehe ich an der Strasse und strecke den Touristen mein “Landquart”-Schild und meinen Daumen entgegen, aber keiner hält, nicht mal die Einheimischen. Ein Rentnerpaar fotografiert das Gasthaus, den See, den Schnee, die Wiesen, die Felsen. Als sie an mir vorbeilaufen, fragt mich der Mann, wo Landquart liege. Es stellt sich heraus, dass sie nach Davos fahren, und sie sind auch so nett, mich bis dahin mitzunehmen. Ein Ehepaar aus Grimma (zwischen Leipzig und Dresden). Das ist schon das dritte Mal, dass mich jemand aus Grimma mitnimmt!

In Davos stehe ich nur eine Minute an der Hauptstrasse. Dann bringt mich ein Elektromonteur nach Landquart. Nun bin ich wieder in diesem Kreisverkehr an der Autobahnauffahrt. Es ist beinahe unmöglich, dort zu trampen. Die Strasse ist nicht breiter als eine Autobreite, es herrscht viel Verkehr, alle rasen von der Schnellstrasse durch den Kreisel auf die Autobahn. Ausserdem beginnt es gerade zu regnen. Aber wie es so ist mit doofen Stellen – es gibt immer auch Leute, die gerade deshalb, aus Mitleid, anhalten. So auch der Kosovare, der nach Zürich fährt. Wunderbar. Nach wenigen Kilometern geraden wir in einen Stau und bleiben dort auch eine Weile…. Nach einer Ewigkeit nähern wir uns endlich Zürich, und er ist so superlieb, dass er sogar etwa 10km zu weit fährt, um mich auf die Raststätte Würenlos auf der A1 zu bringen.

Dort warte ich ca. 5 Minuten an der Auffahrt. Dann hält ein langhaariger Typ, der mit seinem Sohn unterwegs an den Neuenburgersee ist. Sie sind beide äusserst kommunikativ und laden mich ein, sie am See zu besuchen. Ich könnte sogar jetzt gerade mit ihnen mitfahren, und sie würden mich dann mit ihrem Boot vom Neuenburgersee via Kanal in den Bielersee und bis nach Biel fahren!! Ich bin überzeugt, dass sie das wirklich getan hätten, und hab mir das auch überlegt (wäre doch hammer, ein Boot getrampt zu haben!). Aber erstens würde ich erst gegen Mitternacht ankommen, zweitens regnet es, und drittens und am wichtigsten: Immer mehr machen sie ausländerfeindliche Bemerkungen. Das halte ich nicht lange aus. Nach kurzer und intensiver Diskussion über “Ausländerkriminalität” kommt die Raststätte Deitingen – there we are again.

Die Raststätte Deitingen in Richtung Bern/Biel ist immer so eine Sache… 90% der Autos fahren nach Bern, ich muss aber vorher abbiegen nach Biel. Manchmal hab ich Glück, meistens dauert es etwas länger. So auch heute. Dann aber passiert das abgefahrenste Erlebnis, das ich je hatte in meiner Trampkarriere:

Ich stehe bei der Auffahrt zur Autobahn mit “Biel”-Schild. Einige Meter neben mir liegt die Autobahn, hunderte Autos rasen vorbei. Plötzlich bremst eines davon abrupt ab und hält nach der Raststätte auf dem Pannenstreifen an. Dann fährt es rückwärts auf die Raststätte zu. Zur gleichen Zeit fährt aber ein LKW von der Raststätte auf die Autobahn, so dass das Auto wieder einige Meter nach vorne fahren muss. Die Autobahn ist zu dieser Zeit wirklich sehr befahren, beide Spuren sind voll mit Autos, die alle mind. 120km/h fahren! Schliesslich hat es das Auto geschafft und steht auf der Raststätte und neben mir. Der Fahrer winkt mir, ich solle einsteigen! Er und seine Freundin fahren nach Biel – an eine Strasse, die nur 100m neben meinem Haus liegt!! Um 20 Uhr bin ich zuhause.

Wenn sich die Fahrerinnen und Fahrer um mich reissen…

November 25th, 2008

Biel-Wichtrach, Montagnachmittag

Um 16 Uhr laufe ich der Bernstrasse entlang auf die letzte Tankstelle vor der Autobahneinfahrt zu. Einen Meter nachdem die Hecke, die einem dort von der Strasse trennt, fertig ist, halte ich aufs Geratewohl meinen Daumen raus. Etwa acht Autos fahren vorbei, halten aber schon 50m weiter vorne an einer roten Ampel an. Plötzlich Pfiffe. Ein Kleinbus voller Jungs hat die Türen geöffnet, zwei der Jungs sind ausgestiegen und winken mir, ich solle einsteigen. Ich renne auf den Bus zu, obwohl die Vorstellung, mit einem halben Dutzend Halbwüchsiger, die alle belustigt am Fenster kleben als wären sie im Zoo und ich das Exotentier, mit so einem halben Dutzend also nach Bern zu fahren, nicht besonders Spass macht. Da läuft weiter vorne die Fahrerin des zweitvordersten Autos mir entgegen und ruft: “Ich fahre aber nur bis Schönbühl”. Diese Frau, die ja alleine im Auto sass, ist tatsächlich an der roten Ampel ausgestiegen, um die Autos rumgelaufen und mir entgegen, um mich aufzuladen! Schnell springe ich rein und die Ampel ist schon auf grün. Ich bin überwältigt. Bis Schönbühl haben wir sehr sehr interessante und tiefschürfende Gespräche. Sie wäre bei der Geburt ihrer Zwillinge beinahe (mitsamt ihren Zwillingen) gestorben und erzählt mir, wie zu dieser Zeit auf der Intensivstation Gott zu ihr gesprochen habe. Die Frau ist so toll, dass sie auch mir Fragen stellt und mich erzählen lässt. Oftmals wollen viele Fahrerinnen und Fahrer nur reden, wenn sie schon mal jemanden zum zuhören haben.. Was ja auch gut sein kann.

In Schönbühl steige ich – wieder an einer roten Ampel – aus und stelle mich auf der anderen Strassenseite mit “Thun”-Schild hin. Ich versuche es mal so. Sollte es nicht klappen (wer fährt schon von Schönbühl nach Thun….) kann ich immer noch nach Bern fahren und von Bern wieder raus. Es ist bereits am eindunkeln aber hat auch schon viel Feierabendverkehr. Schon nach 5 Minuten hält ein kleines Auto an. Ein junger Mann – und er fährt nach Thun! Ich springe rein und bin schon wieder bei jemandem ganz interessantem gelandet! Er arbeitet 60% als Lehrer und macht daneben noch diverse andere Kleinjobs, unter anderem Velofahren mit Touristen auf einem 17m langen Gruppenfahrrad. Er ist total positiv und als ich ihm irgendwas erzähle, wirft er begeistert seine Arme in die Luft und schüttelt mir die Hand um mir zu irgendwas zu gratulieren. Und obwohl er schon zu spät dran ist, fährt er extra für mich an meiner Ausfahrt (Kiesen) runter und weiter bis zu einer Stelle wo ich gut stehen kann, wo die Schnellstrasse aufhört.

Inzwischen ist es schon fast dunkel. Ich stehe irgendwo auf freiem Feld vor irgendeiner kleinen Ortschaft. Mein Ort, Wichtrach, muss eines der nächsten Dörfer sein. Viele, viele, viele Autos fahren vorbei. Bis eines mit HH-Schild anhält: ein Hamburger und seine Freundin! Sie nehmen mich mit, aber müssen schon nach 500m rechts abbiegen für ins Emmental rein.. 98% der Autos tun dasselbe, und mir wird auch klar warum mich vorher niemand aufgegabelt hat. Kaum bin ich ausgestiegen hält auch schon wieder ein Auto und fährt mich bis vor die Tür von da, wo ich hinwill. Es brauchte mich ziemlich genau eine Stunde. Gemäss Routenplaner bräuchte man für die Strecke gut 45 Minuten. Hurra!

Jura – Chasseral, 10. Juni 08

June 25th, 2008

Trampen auf den Chasseral

Es war ein schöner Tag. Mein spanischer Tramperkollege war zu Besuch und wir hingen im Garten herum, bevor ich ihm den Jura zeigen wollte. Gegen Abend brachen wir endlich auf. Wir verliessen das Haus und es begann zu regnen!

Es war ungefähr 16.30, wir liefen im Regen der Hauptstrasse entlang, nach etwa einem Kilometer versuchten wir unser Glück und streckten die Daumen raus. Schon nach ein paar Sekunden nahm uns eine junge Frau mit, die zur Autobahnauffahrt fuhr, von da aber leider in die falsche Richtung. Bei der Auffahrt mitten im Industriegebiet war der Feierabendverkehr bereits in vollem Gange. Immer noch regnete es, und war es deswegen, dass wir fast 10 Minuten stehen mussten? Wir versuchten alles: Lächeln, winken, auf die Strasse stehen, in 10m Abstand stehen,… Nachdem Dutzende von Autos mit Schweizerfähnchen bestückt (es lief bereits die EM) vorbeigefahren waren, hielt ein grosser Offroader mit Totenkopffahne. Der Fahrer trug ein Totenkopf-kopftuch und überall hingen irgendwelche Totenkopfemblem-accessoirs. Und der Fahrer war supersympathisch! Er fragte, wo wir hinwollten, ich sagte, dass ich dem Spanier den Jura zeigen wolle und an den See “Etang de la Gruyère” gedacht hatte. Der Fahrer musste zwar nicht dahin, aber wollte uns hinfahren, weil er genug Zeit hatte!
Hardrocker
Oben im Jura regnete es immer noch, und der Fahrer schlug vor, uns auf den Chasseral (ca. 1’630müM) zu fahren, weil es da ein Restaurant habe und eine wunderbare Aussicht.
Wir fuhren an seinem Dorf vorbei und dann circa eine halbe Stunde lang bergauf. Auf dem Gipfel angekommen – wo es notabene nicht mehr regnete, sondern grad die Sonne überm Seeland unterging – kehrte er grad wieder um, weil er mit seiner Hardrockgruppe Probe hatte. Dieser Typ fuhr etwa 1 Stunde nur wegen uns einen Berg hoch und wieder runter!! Ich war verblüfft, dass der spanische Kollege mit seinem “if you just go and try, the luck will find you” recht hatte, und der Hardrocker bestätigte mich mit dem Sprichwort “La chance se provoque!”
Auf dem Gipfel des Chasseral
Albert, the spanish guy
Auf dem Parkplatz des Chasserals standen 4 Autos, das Restaurant schloss in drei Stunden und im Innern sassen etwa sechs Gäste. Wir genossen ein Feldschlösschen und anschliessend draussen die Aussicht, machten Fotos und begannen mit runterlaufen. Lustigerweise entdeckte ich auf dem Parkplatz ein Auto mit polnischem Kennzeichen! Wir liefen etwa 10 Minuten runter, in dieser Zeit fuhren zwei Autos an uns vorbei rauf und eines an uns vorbei runter.

Dann kamen wir an eine Kreuzung (siehe erstes Bild), von der aus man etweder auf die eine Seite des Bergs runter kann oder – - – - auf die andere. Wir beschlossen, dort zu warten, da es uns ja einerlei war in welche Richtung runter, wir kannten uns eh nicht aus. Schon nahm uns ein Deutscher, der seit Jahren im Jura wohnte und arbeitete, mit bis St.Imier (das erste Dorf im Tal).
Vom Chasseral runter
Dort an der Hauptstrasse hielt auch schon das erste Auto für uns, ein junger Sozialarbeiter, der nach Biel fuhr. In Biel liess er uns mitten im Industriegelände raus und wir mussten erstmal etwa eine Viertelstunde auf die andere Seite zur Hauptstrasse laufen. Dort streckten wir versuchsweise einfach mal den Daumen raus, eine ältere Frau hielt an. Da sie grad nichts zu tun hatte, fuhr sie uns bis vor die Haustüre – laut Schlagermusik hörend, der Text ging ungefähr so: “Und dann fahr ich weg, in den Süüüüüüüüüüüüüüüüüüden, einfach weg, einfach los, einfach fort!”.